Auf dieser Seite folgt eine Beschreibung der Spezifika von PeMa ART für Therapeut:innen, wie das Konzept in Kursen weitervermittelt wird und welchen Gewinn Kursteilnehmende davon haben.
Die Kurse werden über verschiedene Fortbildungsinstitute angeboten, mit denen ich z. T. schon über viele Jahre zusammenarbeite. Auf der Seite geplante Kurse finden sich Links zu deren Anmeldeseiten. Für tiefergehende oder komplexere Fragen zum Konzept vorab biete ich mehrmals jährlich kostenfreie Zoom-Sessions an, die über diese Links gebucht werden können:
Ein neues ganzheitliches Behandlungskonzept
Nach 15 Jahren therapeutischer Schwerpunktsetzung auf Hands-on-Therapie (u. a. zertifizierter IST-/IKA- und K-Taping-Therapeut) und über 100 gegebenen MST-Kursen stelle ich jetzt mein eigenes ganzheitliches Behandlungskonzept ‚PeMa ART‘ vor. ‚PeMa ART‚ steht für:
Pete Guy Spencers
Manuell-osteopathische Therapie
– bei
Atem-, Stimm- & Kiefer-
Restriktionen –
Traumasensibel.
In dieses neue Konzept sind verschiedene Hands-on-Methoden, vor allem aus dem osteopathischen Bereich, eingeflossen. Entwickelt aus langjähriger Erfahrung in der Behandlung und Lehre von logopädischen (und anderen) Störungsbildern im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden und Blockaden (oft in ganz anderen Körperregionen) verbindet ‚PeMa ART‘ eigene Handgriffe und Griffe aus bewährten Methoden mit der Berücksichtigung tieferer emotional-psychischer Schichten.
PeMa ART ist umfassender als andere Methoden der passiven Stimmtherapie, weil:
- z. B. Kopf-Hals-Lymphdrainage und viszerale Narbenbehandlung Teil des Konzeptes sind.
- mehr und auch tiefer liegende Muskeln behandelt werden.
- jede Struktur sowohl im Sitzen als auch im Liegen behandelt werden kann und PeMa ART damit sowohl bei schwerst Betroffenen rein passiv als auch bei Patient:innen, die aktiv mitwirken können, eingesetzt werden kann.
- verschiedene Ansätze der Traumabegleitung Anwendung finden (kein Ersatz für eine indizierte Traumatherapie!).
- Behandelte von Anfang an auch in die Selbstbehandlung eingeführt und ausführlich aufgeklärt werden über Zusammenhänge zwischen Blockaden und Beschwerden, da Selbstwirksamkeitserfahrungen eine zentrale Rolle im Ansatz PeMa ART spielen.
- Pete Guy Spencer als Tänzer/Tanzlehrer (Contact Improvisation) sowie Performance-Künstler auch aus diesem Erfahrungsschatz Prinzipien und Bewegungsinventar bei aktiven Wahrnehmungs-, Atem-, Stimm- und Mobilisierungs-Übungen einfließen lässt.
Einige andere, z. T. besser erforschte („evidenzbasierte“) Ansätze behandeln ausschließlich den Kehlkopf mit seiner (umliegenden) Muskulatur und lassen damit das gesamtkörperliche Zusammenspiel außer Acht. Griffe sind in diesen Methoden z. T. schmerzhaft, die Patient:innen „müssen da jetzt durch“. Das gibt es bei PeMa ART grundsätzlich nicht: Die Behandlung ist achtsam und die Körperstrukturen ‚einladend‘. Die vertretene therapeutische Einstellung ist eine respektvoll begleitende, die die vorhandenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren hilft.
In den PeMa-ART-Kursen lernen Therapeut:innen die Palpation der verschiedenen Körperstrukturen durch gegenseitiges Befunden und Behandeln, häufig nach Selbstbefundung.
PeMa ART arbeitet von der Peripherie nach zentral, d. h. dort, wo die größten Probleme/Schmerzen liegen, wird erst dann behandelt, wenn Tonus/Blockaden gesamtkörperlich reduziert sind. Dieses Prinzip ist vergleichbar mit dem Ansatz von Castillo Morales (ORT), der sich bei sensomotorischen Fütter-Ess-Störungen von Hand- & Fußflächen über die Wangen zum Mund ‚vorarbeitet‘.
Die aktuelle Studienlage spricht für eine Kombination aus manueller und Übungstherapie (vgl. z. B. AWMF-Leitlinie ‚Dysphonien‘, 2022 & Barsties von Latoschek et al., 2026) – PeMa ART umfasst beides und verzahnt es eng miteinander.
Eine patientenzentrierte Beschreibung von PeMa ART findet sich hier.
Die vier Kurse
In der Lehre wird das ganzheitliche Konzept in vier Kursen vermittelt:
- PeMa-ART-Grundkurs: Faszinierende Faszien & Gelöste Gelenke – 3 Tage – 24 UE
- PeMa-ART-Vertiefungskurs 1: Atmung – 2 Tage – 16 UE
- PeMa-ART-Vertiefungskurs 2: Stimme & Schlucken – 2 Tage – 16 UE
- PeMa-ART-Vertiefungskurs 3: Kopf & Kiefer – 2 Tage – 16 UE
Alle PeMa-ART-Kurse beinhalten anschaulich vermittelte funktionelle Anatomie in Verbindung mit direktem Be-Greifen der Inhalte, indem die Teilnehmenden sich gegenseitig unter individueller Supervision be-handeln.
Neben einem Ansatz, der bei allen sensorischen und motorischen logopädischen Störungsbildern vom Kindesalter bis ins hohe Erwachsenenalter zum Einsatz kommen kann, bekommen Therapeut:innen Handwerkszeug für die eigene Gesunderhaltung und Flexibilität im manchmal herausfordernden Alltag.
In sogenannten ‚Tried-&-True‘-Sequenzen ist gezielter fachlicher Austausch neben der Wissensvermittlung Inhalt der PeMa-ART-Kurse.
Vielfach empfiehlt sich die Befundung und Behandlung direkt auf der Haut, weshalb zu Bekleidung geraten wird, die dies erlaubt. Die Bereitschaft, Kleidung teilweise abzulegen, ist jedoch keine Voraussetzung zur Teilnahme. Kurze Fingernägel sind von Vorteil.
PeMa-ART-Grundkurs: Faszinierende Faszien & Gelöste Gelenke
In dem dreitägigen Kurs wird das ganzheitliche Behandlungskonzept PeMa ART umfassend vorgestellt und in die Vielfalt der vorhandenen logopädischen Hands-on-Methoden eingeordnet und von diesen abgegrenzt. Schwerpunkte in der Vermittlung sind neben funktioneller Anatomie und deren Zusammenhang mit logopädischen Störungsbildern das achtsame Befunden und BeHANDeln unter Supervision.
Das Faszinosum Faszien (Bindegewebe) und ihre Aufgaben als gesamtkörperliches Stütz- und Flexibilitäts-Netzwerk in Haut und Gelenken, um Muskeln und Organe wird verständlich auf dem wissenschaftlich aktuellen Stand beleuchtet und in der Befundung und Behandlung direkt erfahrbar. Zusammenhänge zwischen bio-physio-psycho-sozialer Anamnese, logopädischem Befund und Faszien und Gelenken als Ursache für Atem-, Stimm-, Kiefer- und andere Beschwerden (wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen) werden plastisch vermittelt.
Die Mobilisation der Wirbelsäule von Atlantookzipital- bis Iliosakralgelenk dient u. a. der besseren Innervation von Larynx, Lungen und Zwerchfell sowie der verbesserten Beweglichkeit und Wahrnehmung der Atemräume.
Narbenbehandlung von der Oberfläche bis zur Organebene und Fußreflexzonenmassage auf der körperlichen Seite und verschiedene Ansätze der Trauma-Begleitung auf der emotional-psychischen Seite erweitern das gewohnte logopädische Handlungsspektrum noch mehr in die Tiefe.
Durch die Vermittlung von aktiven Körperwahrnehmungs-, Atem-, Stimm- und Kieferübungen sowie Selbstbehandlungstechniken wird die Erfahrung von Selbstwirksamkeit bei den Behandelten verstärkt.
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen das ganzheitliche Behandlungskonzept ‚PeMa ART‘ ausführlich kennen und können es abgrenzen von anderen Behandlungsoptionen. Sie kennen Indikationen und Kontraindikationen, erwerben notwendige anatomische Kenntnisse und schulen einen holistischen Blick auf ihre Patient:innen.
Die Teilnehmenden lernen Aufbau und Funktionsweise der Faszien und der Wirbelsäule und anderer Gelenke kennen und können diese befunden und behandeln, inklusive viszeraler Narbenbehandlung. Sie lernen Grundprinzipien der Fußreflexzonenmassage sowie der emotionalen und Trauma-Begleitung. Im Kurs werden außerdem Griffe für die Selbstbehandlung sowie aktive Wahrnehmungs-, Atem-, Stimm- und Kiefer-Übungen vermittelt.
PeMa-ART-Vertiefungskurs 1: Atmung
In dem zweitägigen Kurs stehen der Rumpf von Beckenboden bis Schultergürtel und die zervikale Atemhilfsmuskulatur im Zentrum. Die im Grundkurs erlernten Techniken zur Befundung und Behandlung verschiedener Atemproblematiken werden ergänzt durch spezifische Handgriffe in Verbindung mit aktiven Atemübungen. Die Eutonisierung und dreidimensionale Lenkung der Atemmuskulatur (Zwerchfell u. a.) sowie von Rippen und Brustbein erweitern die Atemräume, erhöhen die Ausdauer und schaffen eine stabile Basis für Stimm- und Schluckfunktion.
Aktive Atem- und Stimmübungen, während und nach der passiven Behandlung, in Ruhe und in Bewegung, sowie Griffe für die Selbstbehandlung dienen der Verankerung des Erreichten im Alltag. Stressreduzierende Atemtechniken dienen der Unterstützung besonders belasteter Patient:innen (und in eigenen besonders belastenden Zeiten).
Die erlernten Handgriffe finden Anwendung sowohl bei reinen Atemstörungen von Hochatmung – ob stressbedingt oder nach Beatmung – über COPD bis Long-Covid-Syndrom als auch bei Atemeinschränkungen im Zusammenhang mit Dysarthrie, Dysphonie und Dysphagie.
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen den Bereich ‚Atmung‘ des ganzheitlichen Behandlungskonzepts ‚PeMa ART‘ ausführlich kennen mit Indikationen und Kontraindikationen, erwerben notwendige anatomische Kenntnisse und lernen Befundung und Behandlung von Thorax – faszial, muskulär und knöchern – sowie zervikaler Atemhilfsmuskulatur.
Im Kurs werden außerdem Griffe für die Selbstbehandlung sowie aktive Wahrnehmungs- und Atem-Übungen vermittelt. Die Teilnehmenden können Atemtechniken mit Beckenbodenbeteiligung und zur Stressreduktion anwenden.
PeMa-ART-Vertiefungskurs 2: Stimme & Schlucken
In diesem zweitägigen Vertiefungskurs steht der Kehlkopf mit dem gesamten Hals auf Haut-, Muskel- und Knochenebene im Zentrum. Stimm- und Schluck-Diagnostik werden gegenüber dem Grundkurs erweitert und präzisiert.
Kehlkopf und Zungenbein als einzige Knorpel-Knochen-Struktur im Körper ohne benachbarte Gelenkpartner sind besonders abhängig vom flexiblen, eutonen Zusammenspiel der zuständigen Faszien und Muskeln, der unmittelbaren Umgebung von Unterkiefer bis Schultergürtel UND der Gesamtkörperhaltung und -spannung.
Die gesamtkörperlichen Griffe aus dem PeMa-ART-Grundkurs werden hier erweitert und vertieft um Techniken, die die benannten Strukturen gezielt und einzeln flexibilisieren, um Stimm- und Schluckfunktionen zu verbessern. Vor der muskulären und knöchernen Mobilisation steht diejenige der Halsfaszie mit Halslymphdrainage. Ausgewählte Phonationsübungen aus bewährten Methoden werden ergänzt um Stimm-Warm-Up’s aus der Bühnenarbeit und Übungen, bei denen Stimme und Stimmung sich vereinen.
Griffe und Übungen können bei Dysphonien jeglicher Genese, Dysarthrophonie und Dysphagie zum Einsatz kommen. Patient:innen jeden Alters, die profitieren können, reichen von Gesangsprofis und Menschen mit Stimmermüdung über Rekurrensparese bis Parkinson, von neurologisch bedingten Schluckstörungen bis zu solchen durch Bestrahlungsschäden nach Tumorerkrankung.
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen den Bereich ‚Stimme & Schlucken‘ des ganzheitlichen Behandlungskonzepts ‚PeMa ART‘ ausführlich kennen mit Indikationen und Kontraindikationen, erwerben notwendige anatomische Kenntnisse und lernen Befundung und Behandlung vom Hals – faszial, muskulär und knöchern – mit Schwerpunkt Kehlkopf, unmittelbar für Stimm- und Schluckfunktion. Sie können eine einfache Technik zur Halslymphdrainage anwenden.
Im Kurs werden außerdem Griffe für die Selbstbehandlung sowie aktive Wahrnehmungs- und Stimm-Übungen vermittelt.
PeMa-ART-Vertiefungskurs 3: Kopf & Kiefer
In diesem zweitägigen Vertiefungskurs stehen sowohl die Kopfresonanz als auch die schmerzfreie Kieferbeweglichkeit im Vordergrund. Durch Gesichtslymphdrainage, sanfte Mobilisation der Kopffaszie, der Schädelnähte und des Kiefergelenks und Eutonisierung der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur werden Störungsbilder wie Rhinolalie, CMD, Fazialisparese und Artikulationsstörungen behandelt und Schmerzen im Kopfbereich reduziert. Ohrmassage dient der Spannungsreduktion und hilft bei Neigung zu Otitis und Tinnitus.
Ein Teil der Behandlung findet intraoral statt (mit Handschuhen), weshalb Vorerfahrungen mit Hands-on-Therapie (z. B. aus anderen PeMa-ART- oder aus MST-Kursen) hilfreich sind.
Wie in jedem PeMa-ART-Kurs ist die Vermittlung von Selbstbehandlungstechniken, Wahrnehmungs- und Stimmübungen weiterer Inhalt. Inputs aus der Craniosacralen Osteopathie mit Angeboten zu inneren ‚Reisen‘ runden den Kurs traumasensibel ab.
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen den Bereich ‚Kopf & Kiefer‘ des ganzheitlichen Behandlungskonzepts ‚PeMa ART‘ ausführlich kennen mit Indikationen und Kontraindikationen, erwerben notwendige anatomische Kenntnisse und lernen Befundung und Behandlung von (Gesichts-)Schädel mit Kiefergelenk, Kiefer- und mimischer Muskulatur nach Kopffaszienmobilisation und Gesichtslymphdrainage.
Im Kurs werden außerdem eine Ohrmassage und Griffe für die Selbstbehandlung sowie aktive Wahrnehmungs-, Stimm- und Artikulationsübungen vermittelt. Die Teilnehmenden können nach dem Kurs zusätzlich eine traumasensible innere Reise begleiten.
